8. September 2022
Julia Kriegel

Schema F bei der Emissionsberechnung

Aus Überzeugung haben wir in 2021 als VAST FORWARD Team die ersten kleinen Schritte in Richtung unserer Nachhaltigkeitsinitiative VAST GREEN gemacht. Nach ersten Lunch & Learns und internen Umfragen zu unserem eigenen Nachhaltigkeits-Status Quo haben wir aus dem Team heraus unsere 6 VAST GREEN Prinzipien als Fundament formuliert:

  1. Achtsam leben
  2. Ressourcen schonen
  3. Rücksichtnahme zeigen
  4. Weniger Abfall produzieren
  5. Pionier-Rolle – Branchenführer sein 
  6. Wirkungsorientiertes Investieren

Schnell haben wir als Team verstanden, dass für wirklich nachhaltige Veränderungen Expertise notwendig war: Wie machten wir das, was brauchen wir, was können wir überhaupt ändern – und wie macht man das, dabei auch unser kleines Unternhemen erfolgreich weiterzuentwickeln? 

Gemeinsam mit Alyssa Jade McDonald-Bärtl haben wir aufbauend auf unseren 6 Prinzipien eine Nachhaltigkeitsstrategie für VAST FORWARD entwickelt, wir haben dabei im 

Kern unserer Strategie einen ganzheitlichen Ansatz, der alle drei Säulen der Nachhaltigkeit beinhaltet: Soziale, ökonomische und ökologische Aspekte sollen für eine wirklich nachhaltige Entwicklung unserer kleinen Organisation berücksichtigt werden.

WE DO NOT JUST COMPENSATE

Heute arbeitet das ganze Team aktiv in parallelen Arbeitsgruppen und methodisch in Sprints an der Implementierung unserer Initiative VAST GREEN mit. 

Denn wir sehen die Kompensation von CO2 nicht als ausreichenden Schlüssel zu einer nachhaltigeren Zukunft. Um unseren Beitrag für das Einhalten des 1,5-Grad-Ziels der UN zu leisten, und um dem menschengemachten Klimawandel nach unseren Möglichkeiten entgegenzuwirken, sind wirkliche Veränderungen und neue Strategien wichtig, die über die Kompensation von CO2 Emissionen hinausgehen. 

Trotz allem ist die Kompensation von CO2 Emissionen nicht vermeidbar und somit auch Teil unserer Nachhaltigkeitsstrategie – denn natürlich produzieren wir weiterhin in unseren internen Prozesse und allen Projekten, z.B. durch die Internetnutzung, täglich CO2 Emissionen, und auch unsere Lieferketten müssen wir bei der Berechnung unserer Emissionen berücksichtigen. Viele relevante Kriterien können wir nicht einfach ändern, ersetzen oder abstellen – und genau dann wird Kompensation zu einer wichtigen Komponente nachhaltigen Wirtschaftens. Es stellt sich die Frage: wie kompensieren wir richtig, ohne Greenwashing?

PARTNERING

Um Klarheit über unsere Emissionen zu bekommen, haben wir 2021 unsere Lieferketten unter die Lupe genommen. Auf Basis unserer Nachhaltigkeitskriterien haben wir zu Netzwerk und Kunden recherchiert und Interviews geführt – das Einordnen und Verstehen war ein wichtiges Aufgabenpaket in 2021. 

Anfang 2022 haben wir schließlich begonnen, nach einem passenden Partner zu suchen, um unsere Scope 1, 2 & 3 Emissionen – also alle direkten und indirekten Emissionen – ausgleichen zu können. 

Das Angebot ist groß, aber, wie wir gelernt haben, nicht wirklich vielseitig.

Nachhaltigkeit ist heute ein Geschäftsmodell und somit sprudelt es nur vor Angeboten zur direkten CO2-Kompensation. 

Und auf den ersten Blick scheinen die Beratungsangebote vielseitig zu sein –  der genauere Blick zeigt jedoch, dass die meisten Nachhaltigkeitsberatungen nach dem gleichen Schema und Kriterien arbeiten: Es gibt Abo-Modelle für Beratung und technische Plattformen, Apps, die KI unterstützte Emissionsreduzierung versprechen – in den allermeisten Fällen führen alle diese Wege zu einem lukrativen und immer wieder ähnlichen Zertifikatehandel. 

Klar, die meisten Beratungen haben ein solides Angebot aufgebaut, sie richten sich nach den Standards des GRI und basieren ihr Angebot auf wissenschaftlichen Erkenntnissen. Dabei wird aber nur mal mehr, mal weniger auf das Hilfe suchende Unternehmen eingegangen, die Emissionsberechnung erfolgt meistens pauschaliert, und wir hatten immer wieder das Gefühl, dass das eigentliche Ziel eben im Kompensieren liegt.

SCHEMA F

Darum fiel es uns schwer, aus der Vielfalt die richtige Partner*in für VAST FORWARD herauszufiltern. Und: Bei der Emissionsberechnung geht es vielen Anbieter*innen im Kern ausschließlich darum, die CO2 Emissionen des Unternehmens zu erfassen und diese anschließend mit entsprechenden Zertifikaten auszugleichen. 

Dies allein ist aber aus unserer Sicht eine Kurzzeitlösung, bzw. bewirkt das Kompensieren allein keine Veränderung. Unser Ziel war,   die Emissionen, die unser Unternehmen freisetzt, über entsprechende Entwicklung, Veränderung und Optimierung unserer Lieferketten und eigenen Prozessen auch zu reduzieren.

Für Vast Forward waren wir auf der Suche nach einer Partner*in, die in der Lage ist, unsere tatsächlichen Emissionen möglichst genau zu erfassen – denn wir haben in der Recherche auch gelernt, dass wir mit unserer Remote-Struktur, dem papierlosen Mini-Büro und auch der Selbstorganisation des Teams schon ziemlich weit vorne sind, wenn es um die verschiedenen Nachhaltigkeitsaspekte und Scope 1, 2 und 3 Emissionen geht. wir uns aber genau das gewünscht: den Wir suchten den genauen Blick von Experten auf uns und auf das, was wir machen – mit dem Beratungswissen, wie wir unser wirtschaftliches Handeln nachhaltig optimieren können.

Für den Großteil der Nachhaltigkeitsberatungen sind wir schon „ausreichend nachhaltig“ und müssten eigentlich weder kompensieren, noch in anderer Weise nachhaltiger agieren.

Übrigens haben wir auch gelernt, dass  unser laufender Implementierungsprozess mit VAST GREEN von vielen Anbietern nur selten in die Berechnung mit aufgenommen werden kann,, dabei bewirken wir mit unserer Initiative messbare Veränderungen im ganzen Team. Aus unserer Sicht ist das bemerkenswert, auch vor dem Hintergrund, dass wirkliche Veränderung nur durch uns alle kommen kann. Darum ist Vast Green eine Teaminitiative, eigentlich eine Grassroot Bewegung im Kleinen.

APPY END, HAPPY BEGINNINGS

Aber wir waren erfolgreich – und wir freuen uns deshalb umso mehr, nach unserer intensiven Recherche und vielen Erstgesprächen schließlich SPENOKI als Partner*in gefunden zu haben! 

SPENOKI bietet Kund*innen eine intuitive Software-Lösung für ganzheitliches Nachhaltigkeitsmanagement und eine Auswahl an Zertifikaten zur Kompensierung an. 

Das junge, wachsende Team aus Süddeutschland hat uns in den Gesprächen erstmal zugehört und war von Anfang an offen für unsere Wünsche und unseren Input – verbunden mit dem Angebot, vor allem unsere Remote-Struktur zukünftig stärker in die Produktentwicklung bei SPENOKI einfließen zu lassen. 

Wir glauben, mit SPENOKI eine Partner*in gefunden zu haben, die zu uns passt, weil sie uns ermöglicht, für unsere kleine Organisation eine transparente Emissionsberechnung zu erreichen und in Zukunft unser Nachhaltigkeitsmanagement weiter zu optimieren. Dabei hilft hier der umfassende Blick in unsere Unternehmenszahlen, die Berechnung der Emissionen auf spent Model mit automatisierter, lernender Software-Erfassung und Zuordnung zu den 1, 2 und 3 Scopes.

Der enge Kontakt und die monatlichen Update-Calls, in denen wir unsere Emissionsberichte gemeinsam abgleichen und somit direkte pain points identifizieren können, sind dabei genauso wichtig wie die Tatsache, dass SPENOKI an den auch angebotenen Zertifikaten kein Geld verdient, sondern sie ohne Marge an ihre Kund*innen weitergibt. 

In unserer Strategie haben wir festgeschrieben, unsere Nachhaltigkeitsinitiative wissenschaftlich basiert und als Team voranzubringen – intern haben wir dafür das für uns richtige Sprint-Vorgehen entwickelt. Auch wenn Nachhaltigkeit sicherlich auch bei SPENOKI Grundlage des Geschäfts ist: sie bieten das für uns passende Produkt, super transparent und mit echtem Mehrwert! Wir freuen uns auf die nächsten erfolgreichen Entwicklungsschritte für VAST GREEN!

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